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       D O S S I E R   

NEUES ÜBER XEMEX

ERGÄNZENDES ZU EINER MARKE, DIE MAN MIT FUG UND RECHT ALS ECHTEN KLASSIKER DER MODERNE BEZEICHNEN KANN.

Im weiterZEITGEFÜHL-Uhrenbuch gibt es einen 10-seitigen Beitrag mit dem Titel "XEMEX — Designeruhren mit Substanz", in dem ich auf die Hintergründe dieser Marke und ihre ersten, wichtigen Uhrenmodelle ausführlich eingehe. In Ergänzung dazu hier einige weitere Informationen zu dieser interessanten Marke und ihrem Gestalter Ruedi Külling.

Um die von ihm geschaffenen Uhren besser zu verstehen, lohnt es sich, seinen Designvorgang näher zu studieren. Etwas davon ist aus den nachfolgenden Bildern zu ersehen. Wie die abgebildeten Skizzen anschaulich zeigen, entstehen die Uhren aus einem kreativen Fluß heraus, und nicht etwa aus starren, statischen Vorstellungen des Schubladen- oder gar Klischee-Denkens. Bezeichnenderweise arbeitet Ruedi Külling in dieser Phase mit der Hand und nicht mit der Computermaus.

Xemex Entwurfsskizze, Ruedi Külling

Xemex Entwurfsskizze von Ruedi Külling:
Ausgehend von den klaren Grundformen entwickelt sich
ganz selbstverständlich und harmonisch-organisch
die fertige Form der Uhr.

Man könnte auch sagen: Gestaltung entsteht aus der Wahrnehmung und nicht als Projektion abstrakter Verstandesformen. Abstraktion ersetzt die Erkenntnis dessen, was richtig ist, durch Dogmen, und pfropft sie der Wirklichkeit auf. Die daraus entstehenden Produkte sind dann oft weltfremd und unpraktisch. Sie taugen nicht zu Gebrauchs-Gegenständen. Und genau um Gebrauchsgegenstände geht es hier, wenn es um Uhren geht. Die lebendige Skizze fühlt sich möglichst fein und genau in die Potentialität des Gebrauchs ein, nimmt sie vorweg und arbeitet sie konsequent aus. Sie ist ein Erkenntnisvorgang und zugleich ein gestalterischer Vorgang: beides in einer höchst dynamischen Einheit.

Nehmen wir als Beispiel das charakteristische Merkmal der ungewöhnlichen Bandanstöße bei Xemex-Uhren, welche das Armband und das Uhrengehäuse miteinander verbinden. Im Unterschied zu den bei anderen Herstellern üblichen, altgewohnten Lösungen handelt es sich hier um bewegliche Glieder, die dazu dienen, daß sich die Uhr optimal ans Handgelenk anschmiegt, und die zugleich aber auch eine wichtige Rolle für den Gesamteindruck der Uhr spielen. Der hier gegangene Weg zeichnet sich dadurch aus, daß er so wirkt, als wäre es die selbstverständlichste und naheliegendste Lösung — übrigens macht genau das echte Kreativität stets aus.

Xemex Gehäuse und Bandanstöße

Xemex-Gehäuse und die
(beweglichen) Bandanstöße

Die Standard-Perspektiven des Fotografen (frontal oder 90°) werden diesen Uhren nicht ganz gerecht (aber das ist bei fast allen Uhren so, und alle Kataloge aller Marken begehen traditionell immer denselben Fehler): besser man schaut schräg von der Seite oder aus allen anderen, zufälligen Betrachtungswinkeln hin (so wie es sich ja auch am Handgelenk verhält).

Xemex Entwurfsskizze, Ruedi Külling


Die Entwurfsskizze von Ruedi Külling
zeigt den lebendigen Entstehungsprozeß
der Xemex Speedway.


Neben den ersten beiden Reihen Offroad und Avenue, die sich klar an den geometrischen Formen von Kreis und Rechteck orientieren, gibt es inzwischen zwei weitere Reihen, genannt Piccadilly und Speedway. Erstere betont den Aspekt von mondäner Gelassenheit im Umfeld der Großstadt. Die zweite Reihe bringt eine neue Synthese von Sportlichkeit und Eleganz unter dem Motto der Schnelligkeit und des Wettbewerbs. Die Speedway-Modelle verfügen über die besondere Möglichkeit, die Aufzugskrone zu versenken.

Xemex Speedway Chronograph

Xemex Speedway Chronograph.
Gehäusedurchmesser 44 mm,
versenkte Krone,
wasserdicht bis 50 m,
Kautschukband

Xemex Piccadilly Reserve Chronograph

Xemex Piccadilly Reserve Chronograph,
Gehäusedurchmesser 40 mm,
Werk Soprod SO 7750,
wasserdicht bis 50 m,
schwarzes Kalbslederband

Beide neuen Reihen runden die Palette der Modelle ab, indem sie zusätzliche Emotion ins Spiel bringen. Das zeigt sich auch an der Tatsache, daß farbige Zifferblätter zur Auswahl stehen.

Alles an den Uhren ist logisch und folgerichtig — was aber nicht heißt, daß sie steril oder kühl wirken würden. Moderne Gestaltung hat — wie ich in dem erwähnten Buchbeitrag genauer gezeigt habe — ihre eigene Magie. Diese Magie kann sich aber erst manifestieren, wenn dahinter auch ein echter Magier zu finden ist — also einer, der genau weiß, was er will und was er tut. Das unterscheidet nun mal die einen, banalen Dinge des Lebens (die wir in jedem Großkaufhaus und Supermarkt in ermüdender Fülle antreffen) von den wirklich inspirierenden und aufregenden, die uns bereichern (und die wir nicht überall finden, sondern oft erst suchen und entdecken müssen). Für Ruedi Külling spricht, daß es bei ihm so einiges zu entdecken und zu finden gibt.

Gerd-Lothar Reschke
— München, 7.6.2005 —

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